Offene Seminarreihe bei Selbstlaut

Seminarreihe 2018

Selbstlaut bietet für alle Interessierten eine offen zugängliche Seminarreihe in unseren Räumlichkeiten in Wien an. Anmeldungen zu den folgenden Seminaren sind ab sofort möglich.

Anmeldeformular

(1) Dynamik und Verdachtsbegleitung bei sexuellem Missbrauch

14. Februar 2018, 9-17 Uhr  

Bei sexueller Gewalt an Kindern wirken besondere Dynamiken. Wir erarbeiten, was es für Kinder und das Umfeld so schwer macht, sexuellen Missbrauch aufzudecken und zu beenden. In einem nächsten Schritt überlegen wir, welche Rückschlüsse sich daraus für die Prävention und Intervention ergeben und welche Handlungsmöglichkeiten es insbesondere während einer Verdachtsphase gibt, um den „Ohnmachtszwischenraum“ zu überwinden.

Christa Jordan-Rudolf und Zeynep Önsür

 

(2) „Dem hätt‘ ich das nie zugetraut!“ – Täter(innen)strategien

7. März 2018, 9-17 Uhr 

Immer wieder lesen wir in Zeitungen Berichte über unvorstellbare Fälle sexueller Gewalt, die von niemand bemerkt wurden und vom Umfeld auch oft nach der Aufdeckung kaum zu glauben sind. Wir schauen uns gemeinsam an, welche Strategien Täter(innen) nützen, um das Schweigegebot gegenüber Kindern durchzusetzen und aufrecht zu erhalten, das Umfeld zu manipulieren und auf welche Täter schützende Strukturen sie sich dabei stützen. Vor diesem Hintergrund diskutieren wir die Frage, welche Rolle das Wissen um Täter(innen)strategien für Vorbeugung, Verdacht und Intervention mit dem Fokus auf das Kindeswohl bedeutet.

Maria Dalhoff und Stefanie Vasold

 

(3) Traumapädagogik 1: Trost, Klarheit, Sprechhilfe – Zum pädagogischen Umgang mit traumatisierten Kindern

25. April 2018, 9-17 Uhr      

Welche Formen von Traumata gibt es, was geht im Gehirn während eines Traumas vor sich? Wir besprechen Grundlagen der Traumatologie und wie Pädagog_innen Traumatisierungen erkennen und betroffenen Kindern bei der Bewältigung des Schul-, Kindergarten-, Hort- oder WG- Alltags besser helfen können. In praktischen Übungen werden Grundzüge und Haltungen der Traumapädagogik erprobt.

Stefanie Vasold und Lilly Axster

 

(4) Sensibilisierung gegen Desensibilisierung – Wie Grenzverschiebungen begrenzen?

23. Mai 2018, 9-17 Uhr         

Menschen, die Kinder sexuell missbrauchen, verschieben in der Regel die Grenzen der Kinder und die des Umfeldes ganz langsam und subtil – sie desensibilisieren Schritt für Schritt. Die Präventionsarbeit geht davon aus, dass Kinder sich besser Hilfe holen können, wenn ihr Umfeld grenzverletzendes Verhalten möglichst nicht hinnimmt, sondern verhindert, in dem aktiv unterschiedlichsten Desensibilisierungen entgegengewirkt wird. Das Seminar sensibilisiert für (subtile) Grenzverletzungen und wir möchten konkret üben, wie wir Erwachsene im Alltag gegen Übergriffigkeiten einschreiten können.

Maria Dalhoff und Rafaela Siegenthaler

 

(5) Wenn Kinder Grenzen verletzen – Sexuelle Übergriffe unter Kindern und Sexualpädagogik mit den Klein(st)en

13. Juni 2018, 9-17 Uhr 

Überall, wo Kinder und Jugendliche zusammen sind, kann es auch zu Grenzverletzungen und Übergriffen kommen. Während es bei manchen Situationen vor allem um das Vermitteln von Wissen, Regeln und Sensibilisierung für Grenzen geht, deuten andere darauf hin, dass Kinder eventuell selbst sexuellen Missbrauch erleb(t)en. In diesem Fall braucht es besonnene Schritte vernetzter Intervention. In diesem Seminar geht es darum, zwischen verschiedenen Formen sexuellen Handelns unter Kindern zu unterscheiden und jeweils Interventionsschritte zu erarbeiten. Am Nachmittag liegt der Schwerpunkt auf Prävention durch sexuelle Bildung schon im Kindergarten- und Vorschulalter. Konkrete Methoden, Materialien und Bücher werden vorgestellt und ausprobiert.

Lilly Axster und Zeynep Önsür

 

(6) „Da war ja gar nix“ – Sexuelle Übergriffe unter Jugendlichen und Prävention durch sexuelle Bildung

19. September 2018, 9-17 Uhr           

Verbale Belästigungen, sexualisierte Gesten und Abwertungen im Freund_innenkreis, sexualisierte Übergriffe im Internet, Konfrontation mit Pornos, Veröffentlichung von „Sexting“, „gekippte“ Situationen bei (ersten) sexuellen Erfahrungen oder „Date-Rapes“ – sexuelle Grenzverletzungen und Übergriffe gehören in unterschiedlichen Ausprägungen vielfach zum Alltag von Jugendlichen. Wir besprechen die verschiedenen Formen, mögliche Interventionsschritte, und anhand konkreter Methoden, wie mit Jugendlichen sexualpädagogisch gearbeitet werden kann.

Christa Jordan-Rudolf und Rada Zivadinovic

 

(7) Traumapädagogik 1: Trost, Klarheit, Sprechhilfe – Zum pädagogischen Umgang mit traumatisierten Kindern

24. Oktober 2018, 9-17 Uhr 

Wegen großer Nachfrage bieten wir einen zweiten Termin für das Traumapädagogik 1 an. Inhalte: siehe Seminar 3

Christa Jordan-Rudolf und Zeynep Önsür

 

(8) Trauma 2: Dissoziationen – das Herausfallen aus der Zeit und das Auseinanderdriften von Bewusstsein und Identität

Dieses Seminar fällt leider aus.

Dissoziation – die Abspaltung von bedrohlichen Ereignissen aus dem Bewusstsein – ist im Augenblick des Überwältigt-Werdens unser bester Schutz. So ist es möglich, großes Leid zu überleben. Erst im weiteren Lebensverlauf können diese Dissoziationen – ausgelöst durch Erinnerungsfetzen an das Trauma – zum verselbständigten Problem werden. Wir wollen uns damit beschäftigen, wie Pädagog_innen dissoziierenden Kindern und Jugendlichen im Alltag besser zur Seite stehen können. Es soll auch um die Umlegung des Phänomens Dissoziation auf gesellschaftliche Gegebenheiten gehen: Warum wird Unbekanntes, Ängstigendes und vermeintlich Böses abgespalten? Welchen guten Grund gibt es für das betreffende Kind?

Christa Jordan-Rudolf und Lilly Axster

 

(9) Gegen sexualisierte Gewalt in Einrichtungen handeln – Risiko- und Krisenmanagement für Leitungspersonen

12. Dezember 2018, 9-17 Uhr 

Ausgehend von den Enthüllungen sexuellen Missbrauchs in vielen Einrichtungen in den 50er und 60er Jahren, kamen in den letzten Jahren auch immer mehr aktuelle Fälle ans Licht, bei denen professionelle Bezugspersonen in Institutionen Übergriffe gesetzt haben. Das Wissen um diese Fälle bringt viele Erkenntnisse für die Prävention und verdeutlicht die institutionelle Verantwortung, aktiv gegen sexuelle Übergriffe zu handeln. Im Seminar werden die Wege der Manipulation und Grenzverschiebung durch Täter(innen) in pädagogischen Einrichtungen beleuchtet und Handlungsschritte beim Aufkommen eines Verdachts besprochen. Zudem stellen wir institutionelle Maßnahmen vor, die die Schwelle für Täter(innen) in Einrichtungen möglichst hoch setzen. Dieses Seminar richtet sich vornehmlich an Leitungspersonen und Präventionsverantwortliche in Einrichtungen.

Maria Dalhoff und Stefanie Vasold


Seminarleiterinnen

Lilly AXSTER, Regisseurin und Autorin, Theaterwissenschaftlerin, Theaterpädagogin

Maria DALHOFF, Mediatorin, Studium der Internationalen Entwicklung

Christa JORDAN-RUDOLF, Psychologin und Psychotherapeutin

Zeynep ÖNSÜR, Sozialpädagogin

Rafaela SIEGENTHALER, Sozialarbeiterin

Stefanie VASOLD, Mediatorin (ZivRMedG), Politikwissenschaftlerin

Rada ZIVADINOVIC, Jugendarbeiterin


Kosten

Der Teilnahmebetrag für ein Seminar beträgt € 120.- und ist im Voraus auf das Vereinskonto einzuzahlen.

Verein Selbstlaut, Bank Austria, IBAN: AT52 11000 02483 512600, BIC: BKAUATWW


Anmeldung

Wir bitten um Anmeldung bis spätestens eine Woche vor dem jeweiligen Seminartermin via Anmeldeformular, per Email an office@selbstlaut.org oder telefonisch unter 01 – 810 90 31.

Die Anmeldung ist erst gültig nach Überweisung des Teilnahmebetrags.

Die Termine können auch einzeln wahrgenommen werden.

Der Seminarraum ist barrierefrei zugänglich (Lift, barrierefreies WC, gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel).


Seminarort

Thaliastrasse 2/2A, 1160 Wien

Die Räume sind barrierefrei zugänglich.


Allgemeine Geschäftsbedingungen


Qualitätssicherung und Fördermöglichkeiten

Die Bildungsarbeit von Selbstlaut ist mit den Qualitätssicherungsverfahren wiencert und Öcert geprüft und zertifiziert. Es legt österreichweit Qualitätsstandards für Erwachsenenbildungsorganisationen fest und schafft Transparenz für Bildungsinteressierte und für FördergeberInnen. Bildungsinteressierte haben damit gleiche Möglichkeiten beim Zugang zur Förderung ihrer Weiterbildung, auch wenn diese nicht im eigenen Bundesland stattfindet. Fördermöglichkeiten finden Sie hier: Förderungen von Weiterbildungen für Einzelpersonen

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