Seminarreihe

Selbstlaut bietet für alle Interessierten eine offen zugängliche Seminarreihe in unseren Räumlichkeiten in Wien an

Termine und Themen 2019

(1) Handeln gegen sexualisierte Gewalt an Kindern – Dynamik, Täterstrategien und Intervention

Mittwoch, 13. Februar 2019, 9 – 17 Uhr

Bei sexueller Gewalt an Kindern wirken besondere Dynamiken. Wir erarbeiten, was es für Kinder und das Umfeld so schwer macht, sexuellen Missbrauch aufzudecken und zu beenden. Das sind u.a. Strategien, die Täter(innen) gezielt nützen, um das Schweigegebot gegenüber Kindern durchzusetzen, aufrecht zu erhalten und das Umfeld zu manipulieren. Welche Rückschlüsse ergeben sich daraus für die Prävention und Intervention und welche Handlungsmöglichkeiten gibt es insbesondere während einer Verdachtsphase, um den „Ohnmachtszwischenraum“ zu überwinden.

Zeynep Önsür & Lilly Axster

(2) Wenn Kinder Grenzen verletzen – Sexuelle Übergriffe unter Kindern und Sexualpädagogik mit den Klein(s)ten

Mittwoch, 20. März 2019, 9-17 Uhr

Überall, wo Kinder zusammen sind, kann es auch zu Grenzverletzungen und Übergriffen kommen. Während es bei manchen Situationen vor allem um das Vermitteln von Wissen, Regeln und Sensibilisierung für Körpergrenzen geht, deuten andere darauf hin, dass Kinder eventuell selbst sexuellen Missbrauch erlebt haben oder aktuell erleben. Wir stellen verschiedene Formen sexuellen Handelns und sexueller Übergriffe unter Kindern vor und wie Pädagog_innen diese unterscheiden und jeweils damit umgehen können bzw. wie vernetzes Handeln möglich ist.

Rada Živadinoviç & Sevil Eder

(3) Von Konsens, gekippten Situationen und Gewalt – Sexualität unter Jugendlichen und sexuelle Übergriffe durch Jugendliche on- und offline

Mittwoch, 24. April 2019, 9-17 Uhr

Prävention durch sexuelle Bildung unterstützt Jugendliche sowohl darin, einvernehmliche, positiv erlebte Sexualität zu leben, als auch sexuelle Übergriffe als solche zu erkennen und sich möglichst Hilfe holen zu können. Wir setzen uns mit dem Begriff Zustimmung auseinander und wie dieser in die alltägliche (sexualpädagogische) Arbeit mit Jugendlichen einfließen kann. Als Gegenteil von Zustimmung besprechen wir verschiedene Formen von Übergriffen (verbale Belästigungen, sexualisierte Gesten und Abwertungen im Freund_innenkreis, sexualisierte Übergriffe im Internet, Konfrontation mit Pornos, Veröffentlichung von „Sexting“, „gekippte“ Situationen bei (ersten) sexuellen Erfahrungen oder „Date-Rapes“) und notwendige Interventionsschritte in verschiedenen Settings pädagogischer Einrichtungen.

Stefanie Vasold & Rada Živadinoviç

(4) Wenn Kollegen oder Kolleginnen nach und nach Grenzen verschieben: was tun?

Mittwoch, 22. Mai 2019, 9 – 17 Uhr

Menschen, die Kinder sexuell missbrauchen, verschieben in der Regel die Grenzen der Kinder und die des Umfeldes langsam und subtil, sie desensibilisieren bewusst und geplant. Die Prävention geht davon aus, dass Kinder sich besser Hilfe holen können, wenn ihr Umfeld grenzverletzendes Verhalten nicht hinnimmt, sondern verhindert, indem aktiv der schleichenden Normalisierung von unpassendem, übergriffigem Verhalten entgegengewirkt wird. Das Seminar sensibilisiert für Desensibilisierungen und bietet Gelegenheit, alltägliches Einschreiten gegen die Anbahnung von sexueller Gewalt in pädagogischen Einrichtungen zu üben. Zudem stellen wir institutionelle Maßnahmen vor, die die Schwelle für Täter(innen) in Einrichtungen möglichst hoch setzen.

Maria Dalhoff & Zeynep Önsür

(5) Trauma 1: Trost, Klarheit, Sprechhilfe – Zum pädagogischen Umgang mit traumatisierten Kindern

Mittwoch, 25. September 2019, 9 – 17 Uhr

Welche Formen von Traumata gibt es, was geht im Gehirn während einer traumatischen Erfahrung vor sich? Wir besprechen Grundlagen der Traumatologie und wie Pädagog_innen Traumatisierungen erkennen und betroffenen Kindern bei der Bewältigung des Schul-, Kindergarten-, Hort- oder WG-Alltags besser helfen können. In praktischen Übungen erproben wir Grundzüge und Haltungen der Traumapädagogik.

Christa Jordan-Rudolf & Sevil Eder

(6) Trauma 2: Dissoziationen – das Herausfallen aus der Zeit und das Auseinanderdriften von Bewusstsein und Identität

Mittwoch, 23. Oktober 2019, 9 – 17 Uhr

Dissoziation – die Abspaltung von bedrohlichen Ereignissen aus dem Bewusstsein – ist im Augenblick des Überwältigt-Werdens unser bester Schutz. So ist es möglich, großes Leid zu überleben. Erst im weiteren Lebensverlauf können diese Dissoziationen – ausgelöst durch Erinnerungsfetzen an das Trauma – zum verselbständigten Problem werden. Wir wollen uns damit beschäftigen, wie Pädagog_innen dissoziierenden Kindern und Jugendlichen im Alltag besser zur Seite stehen können. Es soll auch um die Umlegung des Phänomens Dissoziation auf gesellschaftliche Gegebenheiten gehen: Warum wird Unbekanntes, Ängstigendes und vermeintlich Böses abgespalten? Welchen guten Grund gibt es für das betreffende Kind?

Christa Jordan-Rudolf & Lilly Axster


Kosten

Der Teilnahmebetrag für ein Seminar beträgt € 120.- und ist im Voraus auf das Vereinskonto einzuzahlen.

Verein Selbstlaut, Bank Austria, IBAN: AT52 11000 02483 512600, BIC: BKAUATWW


Anmeldung

Wir bitten um Anmeldung bis spätestens eine Woche vor dem jeweiligen Seminartermin via Anmeldeformular

Die Anmeldung ist erst gültig nach Überweisung des Teilnahmebetrags.

Die Termine können auch einzeln wahrgenommen werden.

Der Seminarraum ist barrierefrei zugänglich (Lift, barrierefreies WC, gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel).


Seminarort

Thaliastrasse 2/2A, 1160 Wien

Die Räume sind barrierefrei zugänglich.


Allgemeine Geschäftsbedingungen


Qualitätssicherung und Fördermöglichkeiten

Die Bildungsarbeit von Selbstlaut ist mit den Qualitätssicherungsverfahren wiencert und Öcert geprüft und zertifiziert. Es legt österreichweit Qualitätsstandards für Erwachsenenbildungsorganisationen fest und schafft Transparenz für Bildungsinteressierte und für FördergeberInnen. Bildungsinteressierte haben damit gleiche Möglichkeiten beim Zugang zur Förderung ihrer Weiterbildung, auch wenn diese nicht im eigenen Bundesland stattfindet. Fördermöglichkeiten finden Sie hier: Förderungen von Weiterbildungen für Einzelpersonen

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